Christkönigssonntag

Christkönigssonntag
Gelobt sei Jesus und Maria!
Liebe Schwestern und Brüder!

Im Christkönigsfest, das wir heute feiern, vereinigt sich das gesamte Heilsgeheimnis. In ihm drückt sich die allumfassende Macht Christi als König und Herr des Universums aus. In ihm finden wir Hilfe, getrost auf unsere Zukunft zuzugehen – (unsere Zukunft, die eine geheimnisvoll-apokalyptische Betonung erhält und die Wiederkunft Jesu als unser König einschließt, der uns richten und entscheiden wird, ob wir der ewigen Belohnung im Himmel würdig sind oder die ewige Strafe in der Hölle verdienen.)
Jesus wird verurteilt, obwohl er ein König ist. Nicht auf einem Thron wird er erhöht, sondern auf einem ehrlosen Kreuz, das sein vollkommenes und höchstes Geschenk der Liebe sichtbar macht. Jesus ist König, um Zeugnis abzugeben für die Wahrheit, um von Gott zu sprechen, der unser liebender Vater ist. Jesus offenbart auch die Wahrheit über den Menschen, der – obwohl ein Geschöpf aus Staub – als Ebenbild Gottes dazu bestimmt ist, glücklich zu sein und mit Ihm im Himmel auf ewig zu regieren. Mit dieser Wahrheit vermittelt Jesus die Gemeinschaft der Liebe zwischen Gott und den Menschen. (Gott liebt den Menschen so sehr, dass er weiterhin seine Freiheit respektiert. Aus diesem Grund gibt Jesus sein Leben hin für die Menschheit, um sich für solch eine Verbindung mit Gott zu entscheiden.) Die Art und Weise, wie Jesus seine Macht als König ausübt, basiert nicht auf einer Gewalt, die andere einschränkt. Ihr liegt seine königliche Würde und seine göttliche Liebe zugrunde, die sogar fähig ist, sich selbst für das Heil der Menschen zu opfern.
Jesus ist unser König im vollen Sinne des Wortes: Er hat uns erschaffen, erlöst, durch seine Gnade lebendig gemacht. Er nährt uns mit seinem Fleisch und Blut, er regiert uns mit Liebe und durch Liebe und er zieht uns zu sich selbst. Das Christkönigsfest, das von Papst Pius dem Elften im Jahr 1925 (Neunzehn hundert fünfundzwanzig) eingeführt wurde, bekräftigt den Glauben neu anhand des Königtums Jesu. Das Königtum Christi ist geprägt von Liebe und Dienst. Es ist erhaben, universal und ewig. Es reicht zu jedem Einzelnen, zu allen Völkern und Nationen. Dieses Reich jedoch „ist nicht von dieser Welt“…
Liebe Gläubige! Wir geben unserem Glauben Ausdruck, indem wir Jesus unseren König nennen, der der Lehrer unserer Herzen ist. Jeder, der auf die Stimme Jesu hört und an ihn glaubt, ist ein Teil seines Reiches. Jesus ist wahrhaft unser König, wenn wir gewissenhaft seine Subjekte werden: indem wir ihm zuhören, ihn lieben, ihm dienen und ihm treu folgen. Wir gehören zu seinem Reich, wenn wir die Stufe der echten Freiheit erreicht haben, die einem erlaubt, frei zu sein für den Dienst am Glauben, frei zu sein für Gott – so frei zu sein, dass man auf alles, sogar auf das eigene Leben verzichten kann, um Gott und dem Mitmenschen zu dienen – um eine bessere Welt zu schaffen, auf der Ebene des Überirdischen.
Die Bergpredigt stellt eine besonders bemerkenswerte Darstellung dieser Autorität, der Machtausübung der Liebe dar. Sie ist eine Zusammenfassung des Neuen Gesetzes – des Gebots der Liebe. Der Herr wird uns offen richten, liebe Schwestern und Brüder, ganz nach den Dingen, die wir getan haben. Worte und Absichten sind nutzlos, wenn wir sie nicht in konkrete Taten der Liebe umsetzen können, wenn wir nicht helfen, Unangenehmes hinnehmen und vergeben. Das nämlich sind einige konkrete Taten, durch die wir zur Ausbreitung von Gottes Reich hier auf Erden beitragen können. (Diese Taten der Liebe schließen aber nicht nur ein, Essen und Trinken als Geschenk zu geben… das ist nicht genug; man soll die Liebe und Zuneigung fühlen können, die mit solchen Taten verbunden sind. Dazu kommt, dass die bloße Anwesenheit und Nähe einer Person, die ihre Unterstützung versichert, mehr sein kann als materielle Geschenke.) Je mehr jemand Gott liebt, umso mehr wird er fähig, seine Mitmenschen zu lieben, jene zu lieben, die nicht liebenswert sind und jene zu ertragen, die unerträglich sind.
Liebe Schwestern und Brüder im Herrn! Reinigen wir an diesem Christkönigsfest unsere Herzen von Dingen, die nicht in das himmlische Königtum passen. Nehmen wir bei Maria, der Heiligen Mutter unseres Königs, Zuflucht, die auch die Königin unserer Herzen ist, um jene Dinge aus unserem Herzen zu entfernen, die nicht für Gott da sind. Bitten wir sie, dass sie andere und uns selbst von der Sklaverei der Sünde befreien möge. Amen.

Gelobt sei Jesus und Maria!

 

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